Wenn der Botanische Garten im Schnee versinkt und der Frühling auf sich warten lässt, lohnt es, einmal nicht nur nach Blüten zu schauen, sondern im feuchten Winterwetter nach einer ganz besonderen Lebensgemeinschaft Ausschau zu halten: Den Flechten.
Diese Symbiose aus einem Pilz und einer Alge bzw. einem Cyonobakterium verschafft dem Pilz Nährstoffe, der grüne Partner erhält dafür Schutz vor Austrocknung und UV-Strahlung.
So ganz gleichberechtigt scheinen diese beiden so unterschiedlichen Lebewesen aber nicht zu sein: Der Pilz kontrolliert das Wachstum der Alge, damit sie nicht zu übermütig wird.
Flechten bewachsen im Botanischen Garten Baumrinde, Totholz und Steine, aber man findet auch an Ästen ganze Miniaturlandschaften aus Moosen und Flechten. Es gibt sie in ganz unterschiedlichen Formen und Farben. Von Weiß, Schwarz, Grün, Grau und Hellblau bis hin zu leuchtendem Gelb, mal flach geduckt wie die Mauerflechte, mal laubähnlich wie die Schüsselflechten.
Besonders häufig sind die gelbe Wand-Gelbflechte -und die grau-grüne Helm-Schwielenflechte, die sich oft zusammen auf Ästen drängeln. Besonders attraktiv sind die Trompetenflechten mit ihren grünen Pokalen.